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 Nur ein Traum

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BeitragThema: Nur ein Traum   Sa Apr 27 2013, 17:29

Langsam ging Jean zwischen den dicht stehenden und hoch gewachsenen Bäumen entlang, ohne jedoch auch nur das leiseste Geräusch von sich zu geben. Zwar wäre ein knackender Ast unter den schwarzen Stiefeln oder auch nur ein schwerer Atemzug nichts wirklich Auffälliges gewesen, jedoch war es wohl die Gewohnheit, welche ihn zu solch umsichtiger Vorgehensweise trieb. Denn er war nicht alleine hier. Jenes Wesen, welches er verfolgte, schien sich ebenso alle Mühe zu geben keinen Laut von sich zu geben. Ein belustigtes Grinsen schien über sein Gesicht zu gleiten.
Warum glaubten die Menschen nur immer ihn abhängen zu können, nur weil sie sich ruhig verhielten? Schon allein ihr vor Angst rasender Herzschlag, der einsetze sobald sie begriffen das sie nicht allein im "dunklen" Wald waren, verriet sie und wenn er das doch nun wirklich einmal überhören sollte, war da immer noch ihre plumpe Art sich zu bewegen.
In seinen Ohren ein ziemlicher Lärm. Fast so unauffällig wie ein, mit Sirenengeheul durch die Straßen einer verlassenen Stadt brausendes, Polizeiauto.
Geduldig folgte er seinem Opfer weiter, dass sich nun schon fast panisch durch die Büsche schlug. Jean wunderte sich immer wieder wie einfach es hier in diesem kleinen Waldstückchen zwischen Stadt und Kirmesplatz war leichte Beute aufzuspüren und noch dazu meist einzelne Personen.
Ein wahrer Glücksfall, dass er gerade vor ein paar Wochen hier sein Lager aufgeschlagen hatte.

Mit leicht federnden Schritten, nicht zu unterscheiden von dem leisen Säuseln des Windes strich er weiter durchs Unterholz und näherte sich langsam aber stetig jenem schlagenden Herzen. Gedanken darüber zu machen was er tat und warum hatte er schon lange aufgegeben. Jean gehörte nicht zu jenen seiner Art, die ewig über ihr Schicksal haderten.
Im Gegenteil. Ihm gefiel dieses Gefühl von Macht, wenn es auch sehr trügerisch war. Sich mit Schwächeren zu messen war nicht gerade die große Herausforderung. Erst recht nicht mit den doch so schwachen Menschen, deren Rasse er selbst einmal angehört hatte.
Mit einem angedeuteten Kopfschütteln verscheuchte er die weit entfernten Erinnerungen und widmete sich wieder seinem eigentlichen Anliegen.
Ohne dass der Mann es bemerkt hatte, oder auch haben könnte, war Jean in großem Bogen um ihn herum gegangen. Langsam verließ er nun die Schatten und trat hinaus auf den schmalen Waldweg, welcher zumindest durch ein wenig blasses Mondlicht, das den Kampf gegen das dichte Laub der Baumkronen gewonnen hatte, erhellt wurde. Einen Moment lauschte er hinein in das Rauschen der Blätter. Es würde noch ein paar Minuten dauern bis sein Opfer hier sein würde. Mit einer geschmeidigen Bewegung setzte Jean zum Sprung an und landete auf einem der niedrigen Äste einer alten Eiche.

Keuchend rannte Markus durch den fast vollkommen dunklen Waldabschnitt, der den Kirmesplatz von der Hauptstraße trennt. Es konnte nicht mehr lange dauern. Schon bald mussten die ersten Lichter der Straßenlaternen zu sehen sein. Doch das beruhigte den jungen Mann nicht wirklich. Jemand folgte ihm und das schon seit er das bunte Treiben der Kirmes verlassen hatte. Nicht das Markus ein besonders ängstlicher Mensch war. Nein das war er ganz sicher nicht. Aber irgendwie hatte sich mit der Dunkelheit auch eine nie gekannte Furcht in ihm ausgebreitet. Und gerade das er niemanden sah oder hörte ließ die Panik in ihm noch mehr ansteigen.
Mittlerweile war er vollkommen außer Atem, seine Lunge brannte und das Stechen in den Rippen wurde auch immer eindringlicher.
Dabei hatte der Abend so gut angefangen. Er hatte mit Freunden ein Bier nach dem anderen getrunken und auch mehr als einmal mit recht hübschen Mädchen geflirtet. Wieso hatte er bloß das Angebot nicht angenommen mit den anderen im Auto mitzufahren? Um ehrlich zu sein wusste er den Grund gar nicht mehr.
Völlig atemlos musste er schließlich doch kurz verschnaufen. Hustend hielt Markus im Laufen inne und musste erst einmal nach Luft schnappen. Daher bemerkte er auch nicht die dunkle Gestalt, welche sich kaum 3 Meter vor ihm zu Boden gleiten ließ.
Erst als der Druck in seinen Lungen langsam nachließ schaffte es Markus wieder aufzublicken und fuhr erschrocken zusammen. Seine Augen entdeckten nun einen schlanken, ganz in schwarz gekleideten Mann, der offensichtlich vollkommen gelassen zusah, wie Markus gegen die Erschöpfung ankämpfte. War er etwa vor diesem komischen Kerl geflohen?
Nein das konnte gar nicht sein. Wer oder was auch immer ihn verfolgte, wobei Markus sich gar nicht mehr so sicher war, dass er sich nicht doch alles nur eingebildet hatte und vielleicht doch nur der Alkohol an seinen Wahnvorstellungen schuld war, hätte er inzwischen mit Sicherheit abgehängt. Zudem sah sein Gegenüber auch nicht wirklich gefährlich, sondern eher schadenfroh aus, wenn er auch nicht gerade hilfsbereit zu seien schien.
„Könnten Sie mir vielleicht sagen weshalb Sie mich so anstarren? Haben Sie noch nie jemanden gesehen der sich von einem Dauerlauf erholen muss?“ wandte er sich also, doch ein wenig pampiger als beabsichtigt, an den Fremden.
„Erstens: Ja das könnte ich und zweitens: Doch Sie sind nicht der erste Mensch den ich so sehe“
Ein leicht amüsiertes Lächeln umspielte die Lippen des Fremden.
Genervt ließ Markus die Augen prüfend über seinen Gegenüber gleiten. Er mochte es nicht auf den Arm genommen zu werden und schon gar nicht in solch einer Situation.
„Gut. Dann gehen Sie mir gefälligst aus dem Weg. Ich habe es eilig.“
Leichte Besorgnis schwang in seiner Stimme mit. Erst jetzt fiel Markus wieder der Grund seiner Erschöpfung ein und er warf kurz einen Blick auf den Weg hinter sich.

Seelenruhig stand Jean, mit dem Rücken leicht an den Stamm der Eiche gelehnt, vor dem jungen Mann und beobachtete belustigt wie dieser wieder versuchte neue Kräfte zu sammeln.
„Na wer wird denn gleich so unfreundlich sein. Schließlich war es Ihre Entscheidung gewesen vor mir zu flüchten, nichtwahr?“
Ein freches Grinsen erschien auf seinem Gesicht, als er die Verwunderung und auch plötzlich wieder aufkeimende Angst des jungen Mannes bemerkte.
„Aber ich denke nun ist es genug der sportlichen Betätigung, finden Sie nicht auch? Ich zumindest habe jetzt Hunger“
Während er sprach ging er langsam auf seinen Gegenüber zu und entblößte dabei die spitzen Eckzähne, welche er bisher sorgsam verborgen hatte.
„Sie…Sie sind ja verrückt“ Panik loderte in den Augen des Mannes auf und für einen Moment schien er seine Erschöpfung zu vergessen, drehte sich nach links und stürzte durch die dichten Sträucher am Wegrand.
Kopfschüttelnd sah Jean ihm nach. Er hatte keine Lust auf eine erneute Hetzjagd, setzte sich aber dennoch in Bewegung und hatte sein Opfer schon nach wenigen Schritten eingeholt. Eine Hand griff in die Jacke des Flüchtenden und brachte diesen notgedrungen zum stehen.
„Nun ist aber wirklich Schluss“
Mit einem Ruck zog Jean ihn zu sich und rammte ihm ohne zu Zögern seine Zähne in den Hals. Sofort schoss ihm das warme, pulsierende Blut in den Mund.
Nun war der Vampir nicht mehr zu bremsen. Immer mehr des roten Saftes saugte er aus dem weichen Fleisch des Mannes und genoss besonders den leicht alkoholischen Beigeschmack. Den Schrei und die Gegenwehr seines Opfers bemerkte er kaum, zu sehr war er im Blutrausch gefangen.

Alles begann langsam vor Markus Augen zu verschwimmen.
Er fühlte nur noch diesen heftigen Schmerz im Hals und konnte kaum noch atmen. Was sollte das nur? Bisher hatte er immer geglaubt Vampire wären nur verrückte Einfälle irgendwelcher Schriftsteller gewesen. Doch die Anwesenheit dieses Fremden und der Schwindel verursachende Sog an seinem Hals, ließ ihn Zweifeln.
Langsam schien auch seine Kraft nachzulassen und er näherte sich immer weiter der Grenze zur Bewusstlosigkeit. Noch schaffte es Markus dagegen anzukämpfen, doch wie lange noch?
Seine Beine gaben unter ihm nach und obwohl der Vampir ihn hielt hatte er das Gefühl immer tiefer zu fallen. Daher bemerkte er auch nicht wie er langsam wirklich zu Boden glitt. Nur die trüben Augen erfassten noch einmal die dunkle Gestalt des Fremden über ihm.
„Wer…wer bist du?“
Es war mehr ein Röcheln, als wirkliche Worte, das er noch zustande brachte.
Doch noch bevor er eine Antwort erhalten konnte, spürte er wie ihn die Bewusstlosigkeit einholte.
Markus Augen schlossen sich wieder. Doch diesmal für immer.

Nachdenklich sah Jean zu dem toten Mann hinab und wandte sich dann langsam zum gehen.
„Ich bin ein Traum….nur ein böser Traum“
Mit diesen Worten verschwand er wieder in den Schatten der Nacht.

Schweißgebadet fuhr Markus hoch und wäre beinahe aus dem Bett gefallen. Ein paar Sekunden kämpfte er auch wirklich um sein Gleichgewicht, ließ sich aber dann rücklings in die weichen Kissen fallen und blinzelte stirnrunzelnd ins warme Sonnenlicht, das durch die Gardinen drang.
Es war wirklich nur ein Alptraum gewesen. Erleichtert atmete er auf und wischte sich mit einer Hand den Schweiß von Gesicht und Hals.
Beinahe hätte Markus laut aufgeschrieen, als die Hand in sein Blickfeld kam.
Sie war rot, rot von Blut…
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