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 Eine Täuschung und ein Kuss

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BeitragThema: Eine Täuschung und ein Kuss   Sa Apr 27 2013, 17:28

Dragor stand am Fenster. Er blickte hinaus in die Nacht, in Gedanken versunken. Draußen fuhren Autos vorbei, die letzten Vögel flogen herum, doch Dragor nahm es kaum wahr. All seine Gedanken drehten sich um ein Mädchen. Um ein besonderes Mädchen. Stefanie.

Sein Herz- oder das, was davon übrig war- schien zerrissen. Er wusste nicht, ob er sie liebte, oder nicht, doch eigentlich war es ihm egal. Sie liebte ihn. Aber ist das wirklich so egal? fragte er sich. Mit einem leisen Seufzen, das nicht einmal eine Katze gehört hätte, ging er zur Tür. Ihm war nach einem Spaziergang. Er verließ leise das Haus, in dem er schon seit so vielen Jahren lebte. Diese Nacht war er eigentlich nicht wirklich durstig. Doch der geringste Durst weckte bereits das blutrünstige Tier in ihm.

Also hielt er Ausschau nach einem geeigneten Opfer. Nach wenigen Minuten entdeckte er eine junge Frau, die an einer Brücke stand. Er lächelte leise. Er konnte ihr gutes, reines Blut riechen. Nicht fettig, wie das Blut fetter Menschen meist war. Die hier hatte gutes Blut. Sie war ja auch nicht fett. Sehr schlank. Sehr gut dachte Dragor. Ohne ein einziges Geräusch ging er auf sie zu. Sie sah ihn erst im letzten Moment. Doch bevor sie sich wehren konnte, hatte er sie in den Arm genommen, seinen Mantel über sie beide gezogen und sie mit seinem Blick hypnotisiert. Sie blickte starr in seine Augen. Er küsste ihren Hals, mit der Zunge suchte er ihre Pulsader. Da musste sie sein- doch er spürte nichts. Er ließ von ihr ab und öffnete ihren Mund mit der Hand. Leise lachte er auf. Dragor schnippte mit den Fingern. Sie löste sich aus der Hypnose. Blickte ihn stumm an. Dann lächelte sie. Welche Seltenheit, einen anderen Vampir in dieser Stadt zu finden. Innerhalb weniger Minuten hatten sie sich gegenseitig alles erzählt, kannten den anderen wie nur beste Freunde sonst nach Jahren.

Gemeinsam gingen sie in ein kleines Restaurant. Sie hieß Marilla -ein seltener Name in dieser Zeit. „Spanisch, nicht wahr?“, fragte Dragor. Sie lächelte. „Meine Mutter bestand darauf, weil sie in einem spanischen Dorf mit diesem Namen geboren wurde.“ Sie unterhielten sich eine Weile, in der Art der Vampire, nur mit den Augen. Er erzählte Marilla von seiner Liebe, in der Hoffnung, sie könnte ihm helfen. Lange blieben sie so sitzen, erzählten einander alles vom jeweils Anderen. Doch Dragor war klug genug, zu verschweigen, wo er seine Zuflucht hatte. Er war zu alt, um auf andere Vampire hereinzufallen. Er hatte es schon einmal erlebt, dass ein Vampir eines anderen Zuflucht an Sterbliche verraten hatte, nur um den Anderen zu schädigen. Der Vampir, dessen Zuflucht verraten worden war, war am Ende von der Sonne verbrannt worden. Dragor hatte damals zu helfen versucht, doch gegen die Strahlen der Sonne konnte er nichts ausrichten. Noch heute konnte er sich an den Blick des gegrillten Vampirs erinnern, als dieser Dragor gesehen hatte, das letzte, was er in seinem Leben, oder besser, in seiner Existenz gesehen hatte. Friede seiner Asche, dachte Dragor.
Nach einer Weile trennten sie sich voneinander.

Dragor hatte Besseres zu tun, als einer einsamen Vampirdame aus ihrer Lage zu helfen. Vampire konnten sich um sich selbst kümmern. Er dachte kurz nach, dann entschied er sich, zu Stefanie zu fahren. Er ging zur nächsten Bushaltestelle. Er dachte daran, wie schön es sein könnte, wenn sie auch ein Vampir wäre. Gemeinsam mit ihr die Nacht verbringen, jede Nacht… Ein Geräusch, ungeheuer leise, schreckte ihn auf. Er blickte sich um. Ein paar Jugendliche auf der anderen Seite der Straße, er konnte bis hierher den starken Alkoholgeruch riechen, den sie verströmten. Furchtbar, es gibt nichts, was so störend sein kann, wie betrunkene Jugendliche. Ertragbar alleine, in der Meute zu meiden. Zu seinem Ärger kamen sie herüber. Er mochte lieber allein auf den Bus warten. Er hätte laufen können, Fliegen konnten nicht alle Vampire. Doch er fuhr gerne mit dem Bus. Dragor dachte an die Zeit, als man noch überall mit Pferden hinreiten konnte. Pferde waren von motorbetriebenen Gefährten aller Art abgelöst worden. Jetzt waren sie hergekommen. Laut lachend kamen sie auf ihn zu.

Einige flüsterten miteinander. Ein großer Fehler. Dragor konnte jedes Wort verstehen, so war er auf das, was jetzt kommen sollte, vorbereitet. Mir Bier überschütten? Das schaffen sie nicht. Dachte er, und machte sich sprungbereit. Sie kamen direkt auf ihn zu. Doch als sie gerade die Flaschen heben wollten, sprang Dragor in einem gewaltigen Sprung über sie hinweg, auf das Dach der Haltestelle. Dort setzte er sich so hin, dass seine Füße herabbaumelten. Abwarten, was jetzt kommt, dachte er. Ich kann ein bisschen Abwechslung gebrauchen. Erst schauten die Rowdies nur dumm herum. Dann kamen sie auf den Gedanken, ihn herabzuzerren. Das war Dragor nur recht. Während sie sich daran machten, ihn an den Beinen zu fassen, hielt er sich oben an der Haltestelle fest und spannte de Muskeln an. Als sie gerade sein Bein zu fassen bekommen hatten, stieß er sich oben, wo er sich festgehalten hatte, kräftig ab. Das bewirkte, dass er mit voller Wucht auf zwei der Jungen geschleudert wurde.

Er fiel mit ihnen zu Boden, sprang jedoch sofort wieder auf, und bevor einer der Anderen sich wehren konnte, hatte er sie allesamt in ein nahes Gebüsch geworfen. In dem Moment kam der Bus. Dragor winkte ihnen noch spöttig zu, dann stieg er in den Bus ein. Er setzte sich hin. Die würde etwa eine halbe Stunde dauern. Er schloss die Augen, konzentrierte sich nur auf den Moment, an dem er aussteigen müsste. Um ihn her raste die Zeit. Den Fluss der Zeit zu ändern war ein Kinderspiel. Er öffnete wieder die Augen. Der Bus hielt gerade dort, wo er aussteigen wollte. Er wusste, dass Stefanies Eltern heute nicht zuhause waren. Also ideal, um sie zu besuchen. Doch irgendetwas stimmte nicht, als er zu ihrem Haus kam.

Etwas war nicht richtig. Sein Instinkt sagte ihm, dass hier etwas geschehen war. Er spürte in allen Gliedern, was hier nicht stimmte, und als er dann die geöffnete Haustür sah, wusste er, etwas Schreckliches war eingetroffen; Stefanie musste entführt worden sein. Ohne noch einen Blick auf das Haus zu verschwenden, bückte er sich auf den Boden und schnüffelte in der Luft. Er konnte Stefanies Geruch sehr deutlich riechen. Zwei Männer, beide unbekannt, vermutlich vermummt… vor seinem geistigen Auge konnte er die ganze Situation sehen. Er wusste, er musste sich beeilen, wenn er ihr helfen wollte. Er stand auf und ging zum Haus, schneller als für das menschliche Auge wahrnehmbar.

Da stoppte er plötzlich. Noch ein Geruch war hinzugekommen, den er kannte. Den er sogar gut kannte. Der Geruch erfüllte ihn mit Zorn. Seine Augen färbten sich rot. Plötzlich konnte er auf der Türschwelle Stefanies Hauses einen Zettel entdecken. Er stürzte sich darauf. Er erkannte auch hier wieder alle drei Gerüche. Damit war ihm klar, dass die Person, deren Geruch er kannte, zu den anderen beiden Personen gehörte, und nicht bloß versucht hatte, Stefanie zu retten. Er las den Zettel rasend schnell. Es stand sehr viel darauf, doch er flog nur so mit den Augen darüber, dass ihm fast schlecht wurde.

„Wir haben Ihre Tochter entführt. Wir fordern kein Lösegeld, denn wir werden sie ihnen nicht zurückgeben. Mit diesem Akt werden wir uns an ihnen rächen, dafür, dass sie mich einst hinter Gittern gebracht haben. Sie werden ihre Tochter nie mehr wieder sehen, es sei denn, tot. Wenn wir sie getötet haben, werden wir der Polizei einen Tipp geben, wo ihre Leiche ist. Sie werden jedoch die Leiche nicht erkennen können, denn wir schlagen ihren Kopf ab.“

Es stand noch mehr auf dem Zettel, doch Dragor wusste instinktiv, dass nichts wichtiges mehr darauf stand. Schnell ritzte er sich mit den Zähnen den Arm auf und schieb mit seinem Blut, dass er alles tun werde, um Stefanie zu befreien. Dann ließ er das Blatt fallen, um die Verfolgung der Entführer aufzunehmen. Er wusste, dass sie nicht bluffen würden. Stefanies Vater war Richter. Er verwandelte sich in einem großen Hund. Er sah sehr wolfsähnlich aus, doch er war keiner. In ungeheuer großer Geschwindigkeit rannte er der frischen Fährte nach, die er nur mit der Nase wahrnehmen konnte. Sie führte aus der Stadt hinaus, in den Wald.

Er rannte schneller. Er konnte Stefanie selbst riechen. Er folgte nicht länger der Spur, sonder ließ sich von seiner Nase führen. Er jagte um Bäume herum, mit geschlossenen Augen, verließ sich auf seine Nase. Plötzlich blieb er stehen. Dragor öffnete die Augen. Er stand vor einer Höhle. Leise schlich er sich hinein. Er konnte kein Blut riechen, nur seine geliebte Stefanie. Also musste sie noch am Leben sein, unverletzt. Der Geruch der drei Anderen hing in der Luft, doch viel schwächer. Sie waren also nicht da. Dragor verwandelte sich jetzt wieder in einen Menschen, zumindest in das, was einem Menschen am ähnlichsten ist. Er versteckte sich hinter einem Felsen. Er wollte die drei Verbrecher erwischen, wenn sie kamen. Dann konnte er sich umso schlimmer rächen. Er dachte nach. Wie konnte ich nur diesen Fehler machen, dachte er. Ich habe es doch schon einmal erlebt. Wenn jetzt Stefanie etwas geschieht, bin ich daran schuld. Andererseits, da war auch dieser Brief… Vielleicht hat sie den Beiden geholfen, um ihn auszutricksen.


Dragor konzentrierte sich. Er wollte sichergehen, dass es Stefanie gut ging. Ja, da hörte er ihr Herz schlagen. Er konnte sich ihr nicht zeigen, da sie sonst bei den Entführern etwas hätte verraten können. Er musste als Überraschung kommen; für alle. Auf einmal fühlte er, dass er nicht alleine hier draußen war. Er konnte die beiden Entführer riechen. Der dritte Geruch war nicht da. Also war auch die dritte Person nicht da. Manche konnten die Augen täuschen, andere die Ohren, aber niemand konnte die Nase täuschen, schon gar nicht die eines Vampirs.

Sie kamen von der Seite, die Dragor gegenüberlag. Beide waren selbst hier draußen maskiert. Dragor war beunruhigt, besonders dadurch, dass die dritte Person nicht mitgekommen war. Er konnte nicht allen helfen. Wenn jetzt noch jemand in Gefahr gebracht wurde, konnte er nicht zur Stelle sein. Leise betraten die beiden Entführer die Höhle. Anscheinend waren sie noch in einer Kneipe gewesen, denn sie rochen stark nach Alkohol. Nicht so wie vorher, als sie nur nach sich selbst gerochen hatten. Dragor schlich, ohne jedes Geräusch, hinter den beiden in die Höhle. Er runzelte die Stirn. Er gab sich kaum Mühe, leise zu sein, und keiner der Beiden hörte ihn.

Er konnte jetzt Stefanie sehen, die gefesselt am Höhlenboden lag. Dragor spürte, wie er zornig wurde. Diese Mistkerle hätten sie wenigstens auf eine Matratze legen können. Er konnte eine im Hintergrund der Höhle sehen. Bevor einer auch nur ein Wort sagen konnte, war er ihnen im Nacken. Er biss beiden in die Hälse, so schnell, dass er selbst kaum merkte, als er von einem Hals zum anderen wechselte. Beide stürzten zu Boden. Er hatte sie betäubt.

Bevor er nun Stefanies Fesseln löste, prüfte er, ob er den Geruch der dritten Person finden konnte. Er atmete erleichtert auf, als er nichts riechen konnte. Er half Stefanie aufstehen. Er konnte kein Wort sagen, weil sie ihm schon um den Hals gefallen war um ihn zu küssen. Es dauerte lange, bis sie sich wieder von ihm lösen wollte, und Dragor dachte nicht daran, sie zu hindern. Doch er gedachte auch der Gefahr, in der sie sich befanden. Ihr letzter Gegner war ein Vampir. Ein gefährlicher Vampir, dem Dragor alle Geheimnisse verraten hatte, die er hatte. Er hatte sich von ihr blenden lassen, weil er so froh war darüber, einen anderen Vampir in der Stadt gefunden zu haben. Marilla- dieses Biest. „Stefanie, wir müssen sofort von hier fort.“ „Warum mein Schatz? Wo willst du hin?“ „Wir haben noch einen Gegner. Außerdem muss ich dich zu deinen Eltern zurückbringen, bevor sie die hier“ er wies auf die beiden Betäubten „finden und ausfragen. Sie würden die in eine Irrenanstalt bringen, und ich bevorzuge es, sie hinter Gittern zu sehen.“ „Zu spät, du liebestoller Vampir.“

Dragor warf den Kopf herum, bereit, den Neuankömmling jederzeit zu töten. „Marilla, wie konnte ich dir nur vertrauen“ sagte Dragor, vor Wut bebend. „nun, mein Schöner, du hast eben einen Fehler gemacht. Doch sorge dich nicht. Du wirst nie wieder einen solchen Fehler machen können.“ „Da hast du sehr recht, Marilla, ich werde niemals wieder auf dich oder irgendeinen hereinfallen. Ich habe meine Lektion gelernt. Wäre ich gleich zu Stefanie gefahren, hätte ich dich getötet. Aber ich erlaube dir, zu gehen. Geh, und kehre nie wieder in diese Stadt oder in diesen Wald zurück, oder ich bringe dich um. Ich werde ich bis auf den letzten Tropfen deines Blutes berauben.“ Du wirst mich nicht töten, Dragor. Du bist viel zu machtlos dazu.“ „Da irrst du dich, Marilla. Ich bin weitaus älter, als du dir vorstellen kannst.“

„Na und? Alte Fossile wie dich hänge ich mit Freuden über meinen Kamin; oder zumindest das, was von dir übrig bleiben wird, wenn ich mit dir fertig bin.“ „Du wirst keine Gelegenheit finden, mit mir fertig zu werden. Ich greife nicht gerne zu solchen Mitteln, doch hier muss es sein. Ich habe keine Zeit für einen Kampf.“ Mit diesen Worten griff er in die Tasche. Ein kleiner Revolver kam zum Vorschein. Marilla lachte laut auf. „Du bist wirklich ein Narr. Hast du denn nicht gelernt, dass du einen Vampir nicht einfach mit einer Pistole erschießen kannst?“

Dragor lächelte. „Erstens: Nein, bin ich nicht. Zweitens: Doch, das weiß ich so gut wie jeder Andere auch. Und drittens: Du hast anscheinend nicht gelernt, dass kein Vampir eine Silberkugel überleben kann.“ Er zielte ihr auf die Stirn. Marilla schrie auf. „Nein!“ Sie versuchte, zu springen, doch die Angst lähmte sie. Der Schuss krachte. Marilla schrie noch einmal laut auf, dann stürzte sie zu Boden, als habe sie ein Donnerkeil getroffen. Dragor nahm Stefanie, die inzwischen vollkommen blass war, auf die Arme und trug sie aus der Höhle. Draußen bedeutete er ihr, die Arme um seinen Hals zu legen. Dann erhob er sich sanft in die Luft. Er hatte das zuvor nie getan. Er konnte es eigentlich auch gar nicht. Doch mit Stefanie an seiner Seite fühlte er sich zu allem im Stande. Er blickte kurz zurück. Rauch drang aus der Höhle…
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